Kaunas & Umgebung

Kaunas – die zweigrößte Stadt Litauens
Kaunas ist die zweitgrößte Stadt in Litauen und liegt am Zusammenfluss der zwei größten litauischen Flüsse Neris und Nemunas. Als Vilnius 1920 von den Polen besetzt war, war Kaunas sogar für 20 Jahre die provisorische Hauptstadt Litauens. Stolz ist man darauf, die litauischste Stadt des Landes zu sein, da unter den 290 000 Einwohnern der Anteil der Litauer mit ca. 90% landesweit am höchsten ist.
Kaunas verfügt über malerische Altstadt, eine schachbrettartig angelegte wirtschaftliche Neustadt und viele Grünanlagen. Mit seinen über 40 Museen wird Kaunas auch als die Stadt der Museen bezeichnet, denn hier haben viele bekannten litauischen Schriftsteller, Dichter, Künstler und Komponisten ihre Spuren hinterlassen. Ein Hochgenuss für die Kulturliebhaber mit allen Sinnen und in allen Facetten!
Unternehmen Sie einen Spaziergang durch die Altstadt mit ihren über 500 alten Baudenkmälern und besuchen Sie den ehemaligen Marktplatz mit dem Rathaus – dem „Weißen Schwan“, die barocke Kirche des hl. Franz Xaver, das Renaissance-Ensemble aus Dreifaltigkeitskirche und Masalskis-Palast (heute Priesterseminar), das imposante Perkunas-Haus, die Peter- und Paul-Kathedrale und vieles mehr. Einen atemberaubenden Blick über die Altstadt mit ihren roten Dächern und Türmen genießt man von dem Aleksotas-Hügel.
Am nördlichen Stadtrand in Kaunas ist das aus der Zarenzeit bestehende IX. Fort einen Besuch wert. In der Nazizeit wurde hier, unter dem scheinbar harmlosen Namen "Betrieb Nr. 1005-B", ein Vernichtungslager eingerichtet. Hier wurden über 50 000 Menschen verschiedener Nationen, davon 30 000 jüdischer Abstammung, getötet. Trotz der bedrückenden Geschichte ist das IX. Fort nicht nur wegen der beeindruckenden Fotos, Ausstellungsstücke, sondern auch wegen der Architektur sehenswert.
 
Pazaislis
In der Nähe von Kaunas, in einer malerischen Landschaft, finden Sie einen echten Diamant des Hochbarocks – das Kloster und die Kirche Pazaislis, die als schönste architektonische Bauten dieser Epoche im Lande bezeichnet werden. Spazieren Sie durch den romantischen Klostergarten, schauen Sie sich die prachtvolle Innengestaltung der Kirche mit zahlreichen Kunstgütern an und füllen Sie sich in die einzigartige Geschichte des im 17. Jh. gebauten Komplexes. Der Angehörige einer adeligen Familie Krzysztof Zygmunt Pac (Kristupas Zigmantas Pacas) ließ die Kirche zum Andenken seines verstorbenen einzigen Sohnes für den von ihm nach Litauen geholten strengen Kamadulenserorden errichten. Zum ersten Mal im Lande wurden exklusive architektonische Lösungen verwendet: eine sechskantige Form und eine eingewölbte Fassade. Auch wenn das Kloster eine beunruhigende Geschichte: Kriege, Brände, geistliche Praktiken (Einmauerung der Mönche zur frommen Andacht in besondere Eremitenhäuschen) erlebte, werden Sie in eine verlangsamte Atmosphäre versetzt. Der Gründer bezeichnete dieses schöne Gebiet nicht umsonst als Ruhe- und Friedensberg (Mons Pacis).
Das im ehemaligen Pilgerhaus untergebrachte 4-Sterne-Hotel Monte Pacis mit einem eleganten Restaurant lädt zu einer Verschnaufpause ein. Nicht nur für nach innerer Ruhe Suchenden, auch für Musikliebhaber hat das Kloster was zu bieten. Das 1996 gestartete Internationale Musikfestival findet jedes Jahr drei Sommermonate statt. Das Festival ist zu einem herausragenden Musikereignis auf der litauischen Kulturszene vom Kloster Pazaislis bis zu anderen besonderen Orten in Kaunas (Kathedrale St. Peter und Paul, Burg Kaunas und Raudondvaris), Siauliai (Berg der Kreuze), Plunge (Mykolas-Oginskis-Palast) und anderen Städten herangewachsen. Genießen Sie die klassische Musik verschiedener Genres und Stile, Uraufführungen zeitgenössischer Musik und Jazz. Entdecken Sie die neuen Horizonte der Musikwelt mit Hilfe von den litauischen und ausländischen Orchestern, Chören, renommierten Komponisten und Solisten.
 
Rumsiskes
Nur 26 km von Kaunas entfernt, zwischen Kaunasser Meer und der Schnellstraße Vilnius-Kaunas, liegt eine kleine Stadt Rumsiskes. Das heutige Rumšiškės begann seine Gründung im Jahr 1956. Es ist eine neu erbaute Stadt, nur die hölzerne Kirche des Erzengels Michael ist als Denkmal erhalten geblieben (1860 erbaut, 1959 mit einem Glockenturm verlegt). Im Walde von Rumsiskes wächst die dickste Kiefer der Region, ein 300 Jahre altes Naturdenkmal (30 Meter hoch mit 1,6 m Durchmesser). Das Städtchen ist bekannt für sein Ethnographisches Freilichtmuseum – eines der größten Freilichtmuseen Europas, das schon 1966 gegründet wurde und heute über 100 Denkmäler der Volksarchitektur besitzt. Das hügelige Gelände erstreckt sich über eine Fläche von 195 ha, das die Besucher mit den Traditionen und dem Alltagsleben der Bauern von Dzukija, Aukstaitija, Suvalkija, Zemaitija und Kleinlitauen von Ende des 18. Jh. bis Mitte des 20. Jh. vertraut macht (mehr Informationen zum Museum: http://www.llbm.lt/de/uber-uns/). Jedes Jahr können die Besucher des Freilichtmuseums über 15 verschiedene Veranstaltungen, die mit dem Jahreszyklus und litauischen Bräuchen verbunden sind, miterleben. Nicht nur das einzigartige Museum und Veranstaltungen ziehen viele Gäste an, sondern auch die schöne Gegend ringsum: 1998 wurde das Städtchen als eine der schönsten Siedlungen Litauens anerkannt.
 
Kedainiai
Kedainiai ist eine zentral in Litauen, an der Via Baltica zwischen Kaunas und Panevezys, am Ufer des Flüsschens Nevezis gelegene Stadt. Auch wenn Kedainiai als eine der ältesten städtischen Siedlungen in Litauen gilt (erstmals in der Livländischen Chroniker 1372 erwähnt), besitzt sie eine gut erhaltene sehenswerte Altstadt mit den Häusern aus dem 15. - 17. Jh. Die Stadt hatte auch eine Bedeutung für die Deutsche Hanse, da sie verkehrsgünstig zwischen Riga (Reval) und Preußen lag. In der Stadt werden mehrere Schlösser und Herrenhäuser des litauischen Großadels als öffentliche Gebäude genutzt. Sehenswert sind unter anderem das Rathaus mit einem schönen Hinterhof, die evangelische Kirche und die bescheidene Krypta (das einzige rekonstruierte Mausoleum von lit. Edelleuten im Lande, in der Reichsfürst und Großhetman von Litauen Jonusas Radvila und andere der Radvila-Familie bestattet wurden), eine dunkle Karmeliter Kirche aus Holz, schöne Fußgängerzone mit Cafés und Restaurants. Das Bahnhofsgebäude stammt aus dem 19. Jh. In der Nähe des Bahnhofes steht eines der wenigen Minarette Litauens, der vom deutsch-baltischen General Eduard von Totleben 1882 gebaut wurde. Das Städtchen wird oft als Gurkenstadt genannt, da hier schon 1997 das erste Gurkenfest gefeiert wurde. Seitdem findet es jeden Sommer, am zweiten Samstag im Juli, statt. Die Stadt Kedainiai und umliegende Dörfer präsentieren sich jeweils in dekorierten Holzbüdchen, in denen die Gäste mit Musik und Spielen unterhalten werden. Die Gäste werden aktiv eingebunden und haben die Möglichkeit, verschiedene Gerichte aus Gurken zu probieren. Kurz gesagt: die Stadt ist eher eine Überraschung, die man eher zufällig besucht, ohne viel zu erwarten, aber die dann doch viel zu bieten hat.

Urheber der Bilder: ©KaunasIN_LithuaniaTravel, ©A.Aleksandravicius_LithuaniaTravel
Texte: ©UAB "BaltTours", 2020

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